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News

Die Situation rund um das Corona-Virus in der kieferorthopädischen Praxis


Fr., 14. August 2020

 Die Infektionslage rund um das Corona-Virus hat sich in Österreich in den letzten Wochen deutlich entspannt. Die ohnehin sehr hohen Hygiene-Standards in den kieferorthopädischen Fachpraxen wurden aufgrund der einschlägigen Empfehlungen seitens des Gesundheitsministeriums bzw. der Österreichischen Zahnärztekammer an die aktuelle Situation angepasst. Somit steht einem "kieferorthopädischen Normalbetrieb" nichts mehr im Wege - fühlen Sie sich daher sicher und kompetent betreut! 

  

 

 

Österreich europäisches Schlusslicht: Noch immer kein "Fachzahnarzt für Kieferorthopädie" eingeführt


Fr., 16. November 2018

Nach zähen dreijährigen Verhandlungen zwischen den Interessengruppen (Universitäten, Zahnärztekammer, VÖK) unter der Ägide des Bundesministeriums für Gesundheit wurde im Juni 2018 eine Einigung über die Einführung einer staatlich registrierten Ausbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie erzielt. Darüber wurde das Büro der Ministerin Hartinger-Klein im Juli informiert und um die Erteilung des politischen Auftrags zur Ausarbeitung der gesetzlichen Grundlagen ersucht. Dieser politische Auftrag wurde jedoch bislang nicht erteilt.

Warum fordert der VÖK seit 1998 eine staatlich anerkannte und offiziell registrierte Ausbildung zum Fachzahnarzt/zur Fachzahnärztin für Kieferorthopädie in Österreich?

Historie und Begründung:

Kieferorthopädie in Österreich „anno dazumal“
Abnehmbare Zahnspangen, lange Behandlungszeiten (3-5 Jahre), eingeschränkte therapeutische Möglichkeiten. Grundwissen wurde im Rahmen des damals 2- bzw. 3-jährigen Zahnmedizin-Studiums (nach dem Medizin-Studium) vermittelt. 1957 Aufnahme kieferorthopädischer Leistungen in den zahnärztlichen Kassenvertrag als Geldleistung: Zuschuss von Behandlungen mit abnehmbaren Apparaturen.

70er Jahre: Einzug der festsitzenden Techniken (Brackets) auch in Österreich
Komplexe Therapiemethode im Sinne des medizinischen Fortschrittes, rasante Weiterentwicklung des Fachgebietes (Diagnostik, Therapie, Nutzen und Risiken). Erforderliches Wissen (Theorie und Praxis) konnte nicht mehr im Rahmen des Zahnmedizin-Studiums vermittelt werden. Daher kam es zum

Ausbau der klinischen Abteilungen für Kieferorthopädie an den drei Universitätskliniken Graz, Innsbruck und Wien
entsprechend dem internationalen Standard dieses Spezialfaches (international üblich: 3-jährige universitäre Vollzeitausbildung nach dem Studium der Zahnheilkunde). Gleichzeitig erfolgten durch die Universitäten intensive

Bestrebungen zur Einführung des Fachzahnarztes für Kieferorthopädie,
da diese Ausbildung bereits damals seit vielen Jahrzehnten nach dem international üblichen 5-jährigen Studium der Zahnheilkunde europa- und weltweit üblich war. Die Bestrebungen der Universitäten wurden jedoch von Anfang an von der zuständigen Kammer (damals noch Ärztekammer) behindert. Die Universitäten ermutigten daraufhin die kieferorthopädisch tätigen ZahnärztInnen, sich für ihr Spezialfach zu engagieren. Dies führte

1997 zur Gründung des Verbandes Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK)
als Interessenvertretung von mittlerweile ca. 360 vorwiegend oder ausschließlich kieferorthopädisch tätigen ZahnärztInnen (Öffentlichkeitsarbeit, Information der PatientInnen, Qualitätssicherung)

Im Sinne des PatientInnenschutzes kämpft der Verein von der ersten Stunde an intensiv für die Einführung des Fachzahnarztes für Kieferorthopädie in Österreich. Um zu belegen, dass es auch in Österreich gut ausgebildete SpezialistInnen auf internationalem Niveau gibt, beschließt der VÖK im Jahre 1998 gemeinsam mit den Kieferorthopädie-Professoren der drei österreichischen Universitäten die

Einrichtung einer freiwilligen kommissionellen Fachprüfung (Austrian Board of Orthodontists)
Bis März 2018 haben 93 Kolleginnen und Kollegen diese freiwillige Fachprüfung vor einer international hochrangig besetzten Prüfungskommission erfolgreich abgelegt.

Juli 2015: Inkrafttreten des „Gesamtvertrages Kieferorthopädie“
Therapie von Fehlstellungen IOTN-Grad 4 und 5 bei Kindern und Jugendlichen wird Sachleistung der Krankenkassen.

Damit einher ging die Schaffung einer kassenvertraglich definierten Berufsgruppe von KieferorthopädInnen, die es de facto jedoch bis zum heutigen Tag offiziell in Österreich nicht gibt!
Österreichische Lösung: Vertragspartner legten im Vertrag bestimmte, allerdings höchst inhomogene Qualifikationskriterien fest.

Es wurde der zweite Schritt vor dem ersten gesetzt.

Im Sinne des PatientInnenschutzes ist daher nach Auffassung des Verbandes Österreichischer Kieferorthopäden insbesondere nach Einführung der "Kassenzahnspange" die Etablierung des Fachzahnarztes für Kieferorthopädie in Österreich dringender denn je erforderlich!

 

 

FAQ "Krankenkassen-Zahnspange"


Do., 12. Nov. 2015

Wer hat Anspruch auf die „Krankenkassen-Zahnspange“?

Kinder/Jugendliche während bzw. nach dem Zahnwechsel bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Es muss eine Zahn- und/oder Kieferfehlstellung vorliegen, deren Korrektur aus medizinischen Gründen erforderlich ist.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Korrektur ausgeprägter Zahn- und/oder Kieferfehlstellungen, wenn diese bei Vertragskieferorthopädinnen/-päden durchgeführt wird, zur Gänze. Im Zuge der Behandlung dürfen keine zusätzlichen Privatleistungen verrechnet werden.

 

Werden alle Zahnärztinnen/alle Zahnärzte diese neue Leistung anbieten?

Nein. Nur qualifizierte Zahnärztinnen/Zahnärzte dürfen diese Leistung anbieten.
Europa- und weltweit ist es üblich, nach dem Zahnmedizin-Studium ein mindestens dreijähriges Aufbaustudium zum „Fachzahnarzt für Kieferorthopädie“ zu absolvieren. In Österreich gibt es diesen Ausbildungsweg bislang noch nicht. Von den Vertragspartnern wurden für die Anbieter der „Krankenkassen-Zahnspange“ sehr unterschiedliche Qualifikationen anerkannt. Die Krankenkassen überprüfen gemeinsam mit der Zahnärztekammer, welche Bewerberinnen/Bewerber über die vorgesehene Qualifikation verfügen.

 

Kann ich/mein Kind auch zu einer Wahl-Kieferorthopädin/einen Wahl-Kieferorthopäden gehen?

Ja, wenn diese/dieser die erforderliche Qualifikation besitzt (siehe oben). Vor Behandlungsbeginn ist ein Antrag bei der Krankenkasse einzureichen. Bei positiver Prüfung werden 80% des Vertragstarifs erstattet. Das bedeutet, dass die bei den Gebietskrankenkassen bislang übliche Rückerstattung von ca. € 1.000,-- auf ca. € 3.700,-- angehoben wird (bei der BVA auf ca. € 4500,-).
Wurde vor Behandlungsbeginn kein Ansuchen bei der Krankenkasse eingereicht oder wurde das Ansuchen abgelehnt, besteht die Möglichkeit, den Zuschuss auch im Nachhinein (nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung) zu beantragen.

 

Welche Korrekturen von Zahn- und/oder Kieferfehlstellungen sind medizinisch erforderlich?

Ob ein medizinischer Behandlungsbedarf besteht, soll mithilfe eines international üblichen Index (IOTN) festgestellt werden. Mit diesem Index werden Fehlstellungen aufgrund bestimmter Merkmale fünf Gruppen zugeteilt (von 1 = kein Behandlungsbedarf bis 5 = sehr großer Behandlungsbedarf).

 

Kann ich/kann mein Kind zwischen ästhetischen Apparaturen (Keramik-Brackets, Schienen, innenliegende Brackets etc.) und sichtbaren Metall-Brackets wählen?

Nein. Wenn man in den Genuss der „Krankenkassen-Zahnspange“ kommen will, sind Metall-Brackets obligatorisch. Die Verwendung ästhetisch unauffälligerer Apparaturen führt zum Verlust des Anspruchs auf eine „Krankenkassen-Zahnspange“.


Wo kann ich feststellen lassen, ob ich/ob mein Kind eine Grad 4- oder 5-Fehlstellung habe/hat?

Bei Ihrer Zahnärztin/Ihrem Zahnarzt oder bei einer Kieferorthopädin/einem Kieferorthopäden. Der Verband Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK) empfiehlt eine kieferorthopädische Kontrolluntersuchung im Alter von 4, 8 und 12 Jahren. So kann der individuell richtige Zeitpunkt für den Beginn einer eventuell aus medizinischen Gründen erforderlichen kieferorthopädischen Behandlung festgestellt werden.


Gibt es auch medizinische Gründe, eine kieferorthopädische Behandlung schon im Milchgebiss oder im frühen Zahnwechsel (ca. 6./7. Lebensjahr) zu beginnen?

Ja. Es gibt Fehlentwicklungen, deren Korrektur aus medizinischen Gründen schon im Milchgebiss oder im frühen Zahnwechsel erfolgen sollte (Kreuzbisse, stark vorstehende Schneidezähne, Durchbruchsstörungen etc.). Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese „Frühbehandlungen“ bei Vertragszahnärztinnen/Vertragszahnärzten ebenfalls zur Gänze.


Was ist, wenn die Fehlstellung bei mir/bei meinem Kind geringer ist als IOTN 4 oder 5?

Es liegt im Ermessen der Krankenkassen, ob diese den bisher üblichen Zuschuss (ca. € 310,- pro Behandlungsjahr) auch weiterhin gewähren.


Was ist, wenn ich/mein Kind eine Fehlstellung Grad 4 oder 5 habe/hat und mit der Behandlung bereits begonnen wurde?

Es gibt Übergangsbestimmungen, welche individuell bei Ihrer Kasse zu erfragen sind.

 

Verband Österreichischer Kieferorthopäden


Stand: 12. November 2015

Informationen zur "Krankenkassen-Zahnspange"


Mi., 10. Juni 2015

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